EmbrunMan

Nur vier Wochen nach meinem Start bei der Challenge Roth stand ich wieder an der Startlinie einer Langdistanz. Roth war mein Hauptwettkampf, Embrun mein „Adventure Race“.

Embrun ist ein kleiner verschlafener Ort in Haute-Provence. Starten wollte ich bei diesem Rennen schon so lange, aber irgendwie passte das Rennen nie wirklich in meinen Rennkalander rein und dieses Jahr eigentlich auch nicht. Somit war meine Vorbereitung für dieses Rennen auch eher laienhaft. Das letzte Mal Berge geradelt bin ich auf Mallorca im April, Wettkampfkilometer hatte ich genug von den ganzen Rennen in den Beinen, Regeneration sicherlich zu wenig!

Mein 4-Wochenplan sah aus wie folgt: 10 Tage ausruhen von Roth, 10 Tage richtig trainieren, 10 Tage tapern. Dann habe ich noch das Rennrad mit einem 11-28 Ritzelpacket zur Bergziege umgebaut.

Mit dieser Vorbereitung ging es zum EmbrunMan und ich stand um 6Uhr morgens im Stockdunkel an der Startlinie am größten See Frankreichs. Ohne viel Stress und zeitlichen Druck brachte ich die zwei Runden im See im 21 Grad warmen Wasser hinter mich, da ich wusste, es wird ein langer Tag.

Dann raus aus dem Neo und rein ins Radtrikot und die Armlinge nicht vergessen, da das Thermometer 9 Grad anzeigte. Die Radstrecke startete mit einem Anstieg und ich hoffte, dass mir durch die Anstrengung Berghoch warm werden würde. Leider falsch: Die ersten zwei Stunden habe ich gefroren und vermisste meine Handschuhe und meine Weste! Nach und nach kam die Sonne über die Berge und die Körperwärme kehrte zurück.

Bei Kilometer 65 startete die eigentlich Herausforderung des Tages, der Col d’Izoard mit 31km über 1360Hm. Die ersten Kilometer sind nur leicht ansteigend, aber die letzten 13 Kilometer hatten eine max. Steigung von 13% und zerrten an meinen Kräften. Oben am Gipfel hat man fast 100Km von der Radstrecke geschafft. Dann geht es in eine 20km lange kurvenreiche Abfahrt.

Unten angekommen blies der Wind mir entgegen und die Uhr zeigte schon über 5 Stunden Radfahren an. Eigentlich bin ich bei einer „normalen“ Langdistanz jetzt schon in den Laufschuhen und habe nicht, wie beim EmbrunMan noch 68Km auf dem Rad. Der Gegenwind und die folgenden Steigungen kosten Zeit und Kraft! Bei Kilometer 140 war der Ofen aus… Der Akku leer, die Beine kraftlos und der Kopf sagte, legt dich eine halbe Stunde ins Gras oder schiebe den Berg doch….! Doch irgendwie rollte ich die letzten Kilometer zurück nach Embrun und stellte mein Rad nach über 7 Stunden Rad fahren und über 4500Hm in den Beinen wieder in der Wechselzone ab. Ziemlich angeschossen versuchte ich langsam ins laufen rein zukommen. Um eine Vorstellung von der gefühlten Müdigkeit zu bekommen. Man stelle sich vor, nach dem doppelten Küstenklassiker auf Mallorca noch einen Marathon zulaufen.

Meine erste Zielsetzung war, 5 Kilometer durch laufen – geschafft! Nächstes Ziel bis 10km – geschafft! Nächstes Ziel bis 21 – halbgeschafft! Musste stehen bleiben und essen! Irgendwie habe ich auf der ersten Runde den Versorgungsstand mit den Gels übersehen und habe mich nur mit Cola und Kekse versorgt. Jetzt erst mal eine Handvoll Gels eingepackt und zwei auf einmal verschlungen und dann ging es wieder los.

Die zweite Runde war richtig zäh. Ich versuchte bis zu den Versorgungsständen zu laufen und diese dann zu durchgehen, dabei zu essen und zu trinken. Nach und nach zählte ich die Kilometer runter, dann endlich kam das Ziel. Nach über 12 Stunden war ich endlich zu Hause. Happy, zufrieden und Bewegungsunfähig, auch wenn ich gerne etwas schneller gewesen wäre. Aber in 4 Wochen zwei Langdistanzen zu machen ist einfach verrückt….

Mein Fazit: Tolles Rennen, super Stimmung! Auch in dem kleinsten Örtchen oder Ecke standen Leute, die einen angefeuert haben. Einfach genial das Rennen. Auch wenn ich noch nie solche Schmerzen gehabt und mich so gequält habe im Rennen. Es hat sich gelohnt! Zum Glück vergisst man die Schmerzen und das Gefühl es geschafft zu haben bleibt!

Einige Rennen muss man einfach gemacht haben und dieses Rennen gehört dazu. Aber noch mal würde ich es nicht tun.

Ironman Mont Tremblant

Die Anreise verlief nicht ganz optimal. Leider habe ich meinen Anschlussflug in Philadelphia auf Grund der ganzen Kontrollen der Amerikaner verpasst. Was zur folge hatte, dass ich umbuchen musste…. Somit bin ich nicht wie geplant um 17 Uhr in Montreal gelandet, sondern erst um 24 Uhr. Dann musste ich noch 2,5 Stunden Auto fahren zur Unterkunft, um 3 Uhr morgens lag ich dann erst im Bett. So endete der erste Tag vor Ort.

Dafür verliefen die Tage vorm Rennen super entspannt. Etwas trainieren, Kaffee trinken und einfach nur abhängen.

Aber der Renntag kommt immer schneller als man denkt und da sass ich jetzt am Rennmorgen und fragte mich: „Warum ich mich für so was angemeldet habe….“ und wäre am liebsten wieder ins Bett verschwunden und hätte den trockenen Toast mit Honig und den Kaffee einfach stehen gelassen.

Zum Glück ist der morgendlichen Ablauf schon gut eingespielt und schnell erledigt. Rad checken, die letzten Sachen präparieren und langsam zum Schwimmstart gehen.

Dort ging es aus der vierten Startgruppe hinter den Pro Men, Pro Woman und AK18-34 ins Rennen! Somit war ein ruhiger Start gesichert. Schnell habe ich mich in der ersten Gruppe wiedergefunden, aber auch wieder verloren. Durch die Startabstände von nur 3 Minuten sind wir voll in die Masse der vorderen Gruppen rein geschwommen. Es war ein Chaos…. jetzt kann ich die Leute gut verstehen, die Panik gekommen, wenn um einen herum nur noch Arme und Beine sind.

Aber irgendwie konnte ich als dritter Athlet aus meiner Altersklasse das Wasser verlassen und Kraftsparend über die Strecke kommen. Somit bin ich mit meiner Zeit von 53:23 Minuten sehr zufrieden.

Dann ging es zum Neoprenstripper, um 400m zum Wechselzelt ohne Neopren zulaufen. Leider durften die Radschuhe nicht am Rad eingeklickt werden, aber dafür mussten wir keine Startnummer tragen.

Auf dem Rad habe ich schnell meinen Rhythmus gefunden und bin dosiert los geradelt. Das Ziel war es, beide Radrunden gleich intensive zu fahren. Am Anfang habe ich immer das Gefühl es ist viel zu langsam. Aber dafür hatte ich hintenraus immer noch gute Beine. Auch wenn die 2200 Höhenmeter sich schon in den Beinen bemerkbar machten. Leider habe ich das ganze Jahr immer wieder Rückenschmerzen beim Radfahren, was einen tauben Gesäßmuskel verursacht. Somit gab ich mein Rad nach 5:11 Stunden mit einen lahmen Bein dem Helfer in der 2.Wechselzone ab.

Das Anlaufen fühlte sich richtig gut an und der Rücken lockerte sich von Kilometer zu Kilometer. Die ersten Hügel auf der Strecke konnte ich gut hinter mich bringen. Ich versuchte das Tempo zu drosseln, aber das Tempo was ich lief, fühlte sich zu diesem Zeitpunkt richtig an und das langsamere Tempo fand ich anstrengender. Auf dem Weg zum Halbmarathon machte sich meine Achillessehne bemerkbar, was ich bis jetzt noch nie gehabt hatte. Ich versuche es zu ignorieren und schob es auf den Rücken und dann wurden die Beine nach und nach müder. Nun stand ich da. MIST, wohl doch zu schnell angelaufen. Nun hiess es das beste aus der Situation machen und folgende Schritte einleiten:

Achillessehne → egal, Saisonpause steht nach dem Rennen an, Oberschenkel → nicht gut, mit Eis kühlen (neue gibt es leider nicht an der Verpflechtungsstation), Kopf → überzeugen, dass laufen schneller ist als gehen, somit als Schlussfolgerung früher im Ziel.

Nach 9:48 Stunden und einer Marathonzeit von 3:35 Stunden konnte ich die Ziellinie überqueren und mir sagen, für dieses Gefühl mache ich es. Schön wenn man am Ziel ist und einfach nur da steht und denkt: Puh, geschafft, ich muss nicht mehr weiterlaufen!

Mit meinen Gesamtplatz 56 und den 7.Platz in der Altersklasse 35-39 wäre der Hawaii Slot drin gewesen. Aber muss man immer nach Hawaii, wenn man im Herbst auch was anderes machen kann. ;-)

Fazit: Super Rennen in einer tollen Atmosphäre. Meine Rückenprobleme muss ich irgendwie über den Winter in den Griff bekommen. Vielleicht fehlten mir ein paar Triathlonwettkampfkilometer auf Grund der Transalp für die nötige Tempohärte! Aber egal, hat trotzdem wieder spass gemacht.

Jetzt steht erst mal eine zwei wöchige Rundreise durch den Osten von Kanada an.

In diesem Sinne,
Andre

TOUR Transalp

Die 11. Schalbe TOUR Transalp geht in die kälteste Tour der Geschichte ein….

Das Wetter wurde von Etappe zu Etappe besser. Meistens ging es mit Beinlingen plus Knielingen, zwei paar Armlingen, Winterunterhemd und Winterhandschuhen in die Etappen. Als Standardausrüstung hat sich die Regenjacke bewährt. Oben auf den Pässen wurden um die Null Grad gemessen, teilweise mit Neuschnee und im Tal stiegen die Temperatur bis zu 20 Grad an. Somit musste man sehr temperaturvariabel angezogen sein. Auf den Abfahrten war auf Grund von Nebel die Sicht teilweise nicht mehr als 10m, somit musste man erahnen, ob eine Links oder Rechts Kurve auf einen zu kommt. Auch das Gruppenfahren bei Regen erschwerte die Bedingungen. Auf dem Stifserjoch war der Skibetrieb noch in vollem Gange während wir mit dem Rad über den Pass gefahren sind. An vielen Stellen auf den Pässen lag noch Schnee, was stark an das Wintertraining erinnerte.

Aber das Erlebnis und die Eindrücke der Tour waren einfach genial.

Die sieben Etappen haben Daniel und ich als Team sehr gut überstanden. Wir konnten uns von Etappe zu Etappe steigern und beendeten die 827km und 18000 Höhenmeter auf dem Gesamtplatz 159 und in der Alterklasse auf Platz 73.

Schönen Dank an meinen Teampartner für dieses tolle Erlebnis. Ausserdem Skinfit für die zur Verfügung gestellten Trikots, ESP für das Bike, PowerBar fürs Essen auf der Etappe und Compressport für die Regenationssachen nach der Etappe.

 In diesem Sinne,
Andre

Challenge Kraichgau

Das Ergebnis überrascht mich selbst. Das Gefühl im Wettkampf war gespickt von Müdigkeit und Kraftlosigkeit!

Anfang der Wettkampfwoche hat mich ein Magen-Darm-Infekt erwischt, hinzu kam ein fetter Schnupfen und eine ISG-Blockade aus dem verregneten Bundesliga Rennen in Berlin.
Somit habe ich drei Tage im Bett verbracht und dann wieder locker angefangen zu trainieren, um zu checken, wie der Körper darauf reagiert. Der Puls war okay und die Muskulatur ausgeruht vom nix tun. Aber ob ich die nötige Power fürs Rennen haben würde, war ungewiss…..

Am Rennmorgen sah es noch nach einen perfekten Wettkampfwetter aus, aber dann startete das Unwetter! Daraus resultierte ein um eine Stunde verschobener Schwimmstart.

Das Schwimmen verlief locker und entspannt! Nach 25:32 Minuten hatte ich wieder festen Boden unter den Füssen, dann schnell wechseln und los auf die Radstrecke. Das Radfahren lief gar nicht. Keine Energie im Körper… meine Vermutung: durch das Warten und Frieren vor dem Schwimmstart waren die Speicher schon leer. Somit habe ich zwei PowerBar Riegel in der ersten Stunde auf dem Rad gegessen. Aber leider zeigten sie keine Wirkung. Ich konnte kein Druck auf die Pedale bringen. Der Körper wollte am liebsten den NOTAUS drücken!

Aber irgendwie habe ich die 90km bergigen Kilometer hinter mich gebracht und hatte das Gefühl, dass mich Hunderte von Athleten auf dem Rad überholt haben.

Somit startete ich ziemlich frustriert in den Halbmarathon und hatte eigentlich nix mehr zu verlieren. Das Laufen ging recht gut, nur leider habe ich immer wieder Krämpfe in den Beinen. Die Zeit von 1:27 Stunden war unter der Vorgeschichte mehr als okay!

Mit meinem 36.Gesamtplatz und dem dritten Platz bei den Deutschen Meisterschaften in der Alterklasse bin ich richtig happy.

In diesem Sinne,
Niemals aufgeben,
Andre

Trainingslager Fuerteventura

Tat das gut: Endlich wieder Sonne! Als wir letztes Jahr das Trainingslager gebucht haben, dachte ich mir, eigentlich müssen wir gar nicht über Ostern wegfahren. Sicherlich ist zu diesem Zeitpunkt in Hamburg schon gutes Wetter und wir können auch hier radeln. Aber um so näher der Zeitpunkt kam um so froher war ich, dass wir die Sonne gebucht hatten. Wenn man ausserdem noch liest, dass die Wintersaison im Harz bis zum 14. April verlängert worden ist, haben wir alles richtig gemacht.

Das Wetter auf den Kanaren ist einfach perfekt und man hat eine Gutwettergarantie. Die Radtrainingsstrecken vor Ort waren abweckslungsreich von flach bis bergig. Beim Laufen gab es noch ein paar Trails, um das stupide Kilometerlaufen aufzulockern.
Die Trainingsblöcke haben wir auf Grund der Transalp 4:1 mit Schwerpunkt Rad gesetzt. Hin und wieder gab es einen Kopplungslauf und das Schwimmen im leeren Pool diente zur Auflockerung der Muskulatur.
Unser selbstgeplantes Trainingslager verlief bei guter Stimmung und jeder hatte seine kreativen Feiheiten. Es gab kaum technische Probleme unterwegs. Somit konnten wir uns voll und ganz aufs Radeln konzentrieren.
Jetzt erst mal etwas Ruhe und dann geht es an die Saisonvorbereitung.
In diesem Sinne,
Andre

IRONMAN Kalmar

Wahrsinn, aber irgendwie doch war! Drei Langdistanzen in einem Jahr habe ich noch nie gemacht, aber es ist machbar. Zwischen dem Strongman Japan und Ironman Nizza hatte ich 10 Wochen, zwischen dem Ironman Nizza und dem Ironman Kalmar nur 8 Wochen. Nach Nizza habe ich erst mal 2 Wochen Pause gemacht und wollte dann wieder in die Vorbereitung für Kalmar einsteigen. Leider musst ich die Pause auf Grund einer Zahnwurzelentzündung um eine woche verlängern. Somit hatte ich nur drei Wochen Zeit fürs Training, um dann wieder zu tapern. Deshalb war ich mir nicht sicher was der Körper und vor allem der Kopf noch abrufen können.

Kalmar und die Schweden – ein sehr entspanntes Volk in einer wunderschönen Stadt. Stress kennen die Leute hier nicht … Somit optimal für die nötige Ruhe vorm Rennen. Die Anreise erfolgte über Travemünde mit der Fähre nach Trollenbück, dann noch gute 3 Stunden Fahrt zu unserem Örtchen. Also ein Rennen fast vor der Haustür. Für mich irgendwie eine ungewohnte Situation das Rad für den IRONMAN nicht in den Koffer zu packen.   Das Rennen: Der Startschuss fiel um 7 Uhr morgens im 19 °C warmem Hafenbecken. Wir starteten gemeinsam mit den Profis. Wie immer wurde von Anfang an ein sehr hohes Tempo geschwommen. Um das Tempo und die Streckelänge machte ich mir nach dem 7km-Wakenitzman-Schwimmen keine Sorgen.

Somit konnte ich als 12. in 50:50min und 2 Minuten Rückstand zum ersten Athleten das Wasser verlassen. Dann schnell wechseln – die Armlinge wollten irgendwie nicht über die nassen Arme rüber, aber darauf verzichten wollte ich auf Grund der 16 °C Außentemperatur auch nicht. Nach 10km kam schon das Highlight auf der Radstrecke, die 6km lange Ölandbrücke. Mit guten 60km/h ging es über die Brücke rüber. Ein tolles Gefühl mit coolem Ausblick. Die Radstrecke war aufgeteilt in zwei Runden: Eine 105km Runde auf Öland und eine 75km Runde um Kalmar. Das Streckenprofil war leicht hügelig aber die Windverhältnisse waren mild. Trotzdem gab es verstärkt gruppendymisches Fahren und die Wettkampfrichter haben die Athleten nur ermahnt, aber keine Strafe ausgesprochen. Schade eigentlich!

Nach 4:49 Stunden und an Position 47 stellte ich mein Rad wieder in der Wechselzone ab. Die Beine fühlten sich gut an und ich realisierte, dass eine Zeit um die Neun Stunden machbar wäre. Einen 3:15 Stunden müsste ich laufen….

Also das entsprechende Tempo im Kopf festgelegt und los ging’s. Bis Kilometer 35 verlief das Rennen sehr gut, aber nach und nach wurde der Schritt müder und ich musste leider das Tempo reduzieren. Ein kurzer Gedanke war, mit der Brechstange die Geschwindigkeit weiterzulaufen und ggf. bei Kilometer 40 zu platzen oder das Ding sauber nach Hause zu laufen und die Atmosphäre zu genießen. Ich entschied mich fürs Genießen und finishte mit einer Endzeit von 9:01:56 Stunden. Damit verbesserte ich meine Bestzeit von Klagenfurt 2008, die bei 9:03:42 Stunden lag.

Vielen Dank für die Unterstützung meiner Sponsoren!
In diesem Sinne,
Andre

IRONMAN Nizza

… die letzten Tage waren alles andere als optimal vor dem Rennen! Die späte Anreise, dann die Flugverschiebung, die mir zwei Radkoffer bescherte, dann noch stressige Tage auf der Arbeit vorm Abflug, dann habe ich die gute Frau für unser Apartment nicht mehr reicht (wegen der Schlüsselübergabe), dann fuhr kein Bus mehr zur Unterkunft, dann falsche Startunterlagen bekommen, und einige andere Dinge, aber irgendwie stand ich am 24.Juni morgens um 5 Uhr in der Wechselzone und konnte alles hinter mir alles, um mich auf meinen Ironman an der Cote d’Azur zu konzentrieren. Vor 14 Jahren, im September 1998, stand ich schon mal an dieser Stelle. Damals ging es über die klassische Distanz von 4-120-30 und es was meine erste Langdistanz….

Der steinige Untergrund am Start war mir noch sehr gut in Erinnerung geblieben. Damals ging es über eine grosse Runde parallel zum Strand. Hier und heute waren es zwei Runden: eine grosse Runde über 2400m und eine kleine Runde über 1400m. Um 6:30 Uhr fiel endlich der erleichternde Startschuss zum Wettkampf und es ging in die salzige Cote d’azur. Beim Schwimmstart musste ich nur ein paar Schläge einstecken und konnte mich nach 1000m in der ersten Führungsgruppe einreihen. Die Tempoarbeit habe ich die anderen machen lassen und mich am Ende der Gruppe eingereiht. Beim Landgang habe ich leider ein paar Meter verloren, da ich auf den Steinen ausgerutscht bin und somit war die erste Gruppe weg. Auf der letzten Runde habe ich noch ein paar Pros, die 5 Minuten früher gestartet sind, eingeholt und mit der zweiten Schwimmgruppe wieder festen Boden unter den Füssen gehabt.

Als 20ster Gesamt und Erster in der Altersklasse ging es in die sehr lange Wechselzone. Somit war die Ausgangsposition sehr gut. Im Radständer 26 von 50 stand mein Rad. Ich habe lange überlegt welches Rad ich für dieses Rennen nehmen sollte. Bis drei Wochen vorm Rennen war ich mir sicher mit dem Rennrad hier zu starten, aber ich habe mein neues Rad nicht richtig eingestellt bekommen und immer wieder hatte ich Rückenprobleme auf dem Rennrad bekommen. Somit habe ich mich fürs Triathlonrad entschieden, weil dieses optimal eingestellt war…. für die Ebene. Ich weiss aus vergangenen Rennen, dass mein Rücken bei bergigen Kursen nicht immer mitspielt und die Wahl bei diesem Rennen war: Supporten oder Selber starten, ich habe mich fürs selber starten entschieden, mit den Gedanken im Hinterkopf, dass es nicht mein Kurs ist. Der Radkurs hat richtig spass gemacht. Bei Kilometer 50 kam der 20 Kilometer lange Anstieg zum Col de l’Ecure. Der Ausblick war ein Traum. Anschliessend kamen noch ein paar kürzere Anstiege und dann ging es ab Kilometer 130 nur noch bergab. Auf dem ersten Abschnitt habe ich versucht Druck zu machen mit dem Gedanken, mir die letzten Kilometer die Beine wieder locker zu fahren. Aber die Beine und vor allem der Rücken haben ganz schön gelitten. Ich fragte mich, wie ich in diesem körperlichen Zustand noch laufen kann. Nach 5:26h stellte ich mein Rad auf der Promenade wieder zurück in den Radständer.

Das Laufen zum Wechselzelt ging nicht, also musste ich schnell gehen. Dann erst mal hin setzen und sich fürs Laufen fertig machen. Irgendwie wollte ich und vor allem mein Rücken nicht mehr aus dem Stuhl aufstehen, aber bei 33 Grad hier sitzen zu bleiben war auch keine Alternative…. also zog mich der Helfer aus dem Stuhl. Meine Rückenmuskulatur war so stark verhärtet, dass ich die ersten Meter langsam gegangen und nach und nach in den Laufschritt gekommen bin. Nach einigen Kilometern wurde der Rücken besser, nicht schmerz frei, aber laufbar. Somit bin ich ruhig den Marathon angelaufen und irgendwie durch gelaufen. Ich habe versucht mir kein Stress auf der Strecke zum machen. Teilweise war es sehr voll auf den vier zulaufenden Runden. Es gab Staus bei der Verpflegungsstation und das Zickzacklaufen beim Überrunden kostete auch viel Kraft. 1998 verlief der Laufkurs 15km raus und wieder zurück. Somit war der Kurs damals wesentlich entzerrter und überschaubarer, aber halt nicht Zuschauerfreundlich. Aber es ging für mich in diesem Rennen um nichts, ausser zu finishen und die Eindrücke mitzunehmen. Nach einer Marathonzeit von 3:26 Stunden und einer Gesamtzeit von 9:56 Stunden konnten ich nach 14 Jahren wieder auf der Promenade ins Ziel einlaufen. Mit meinen 84. Gesamtplatz von über 2200 Teilnehmer bin ich zufrieden. In sieben Wochen geht es beim IRONMAN Kalmar an den Start, dort ist der Kurs flach und windig, so wie es der Norddeutsche gerne hat. Ich hoffe nur, dass die Temperaturen genauso sind wie hier in Nizza! ;-)

In diesem Sinne, vielen Dank für die Unterstützung von allen Seiten und fürs Daumen drücken, Andre

STRONGMAN –> RACE

Wahnsinn, die 10 Tage in Japan vergingen so schnell, dass ich noch einige Zeit benötige, um alles zu verarbeiten.
Zur Zeit sitze ich im Flieger zurück nach Tokio. Dort werden wir noch einen Tag verbringen, bevor es am nächsten Tag über Frankfurt nach Hamburg zurück geht, um dann am Donnerstag wieder im Büro zu sitzen.

Alles war super organisiert: das Abholen am Flughafen, das hin und herfahren auf der Insel Miyoko, der Support auf der Insel, das Übersetzen vom Japanischen ins Englische, die Besuche in den Schulen und viele andere Dinge, die uns den Alltag erleichterten. Hier für herzlichen Dank an Gary und Yoko.

Jetzt aber zum Rennen:

Der Wecker klingelte zum 3:30 Uhr, nach einer viel zu kurzen Nacht hiess es „irgendwie wach werden“. Um 4:00 Uhr stand im Racehotel den Athleten das Frühstück zur Verfügung. Somit hatten wir genug Ruhe, um bis zur Wechselzonen-Öffnung um 5:00 Uhr zu frühstücken.
Die Essgewohnkeiten der Japan vorm Rennen waren schon sehr interessant, es ging von getrocknetem Fisch, über gebratene Nudeln bis zum Salat. Ich blieb lieber beim Toast mit Honig und einen Kaffee.
In der Wechselzone haben wir die letzten Vorbereitung am Rad und die Abgabe der Beutel sehr schnell abgeschlossen. Auch das Bodymarking und das Abholen des Transponder ging sehr schnell. Somit waren wir um 5:30 Uhr wieder zurück auf unserem Zimmer, da das Racehotel ca. 500m vom Schwimmstart entfernt liegt. Was für ein Luxus!

Um 6:30 Uhr haben wir uns dann auf den Weg zum Schwimmstart gemacht, dabei haben wir uns den Neoprenanzug schon auf dem Hotelzimmer angezogen. Nach einem kurzen Einschwimmen und ein paar Bildern am Strand, fiel der Startschuss um 7:00 Uhr zum 28. STRONGMAN.
Ich bin die ersten 600m zur Boje hart angeschwommen, um aus der Masse rauszukommen. Leider musste ich dann etwas Tempo rausnehmen, da ich Seitenstiche bekommen habe und es noch etwas ungewohnt war wieder im Neo zu schwimmen. Somit habe ich die erste Gruppe verloren. Als Sechster konnte ich die 3000m in 40:37 Minuten hinter mich bringen. Dann hiess es noch 250m im tiefen Sand zum Beutel und dann noch mal 400m zum Wechselzelt zu laufen, bis es aufs Rad ging.

Auf dem Rad habe ich schnell meinen Rhythmus gefunden und versuchte gleich Druck zumachen. Der Kurs sah auf der Karte einfacher aus, als er ist! Wir sind eineinhalb Mal um die Insel gefahren. Immer wieder leichte Hügel bis steile Anstiege, aber auch ein paar gute Abfahrten.
An den ersten Beiden Verpflegungsstationen habe ich leider nix bekommen, weil die Supporter uns angefeuert haben, anstand Getränke zu reichen und meine eigene Verpflegung ging allmählich dem Ende zu. Nach 45km konnte ich endlich was Kaltes zutrinken an den Verpflegungsstationen bekommen und meine aufgequollene Zunge vom Salzwasser beruhigen. Anschliessend verlief das Rennen auf dem Rad weiter gut. Ich konnte meine vorgegebenen Watt/Pulswerte durchfahren und das Rad nach 4:12 Stunden für die 155km in der 2.Wechselzone wieder abstellen.

Dann hiess es zügig wechseln und ab auf die Laufstrecke. Die ersten Kilometer verliefen gut, auch hier habe ich schnell mein Tempo gefunden. Der Puls war etwas zu hoch, aber das habe ich auf die mittlerweile 34 Grad Aussentemperatur geschoben. Somit bin ich das Tempo weiter gelaufen und habe meine im Vorwege überarbeitete Ernährungsstrategie weiter getestet. Alles verlief gut, ich konnte meine Nahrung aufnehmen und der Magen spielte mit. Aber irgendwie wollten meine beiden Oberschenkel ab Kilometer 25 nicht mehr richtig mitspielen. Die Muskulatur wurde müder und müder. In der Vorbereitungszeit habe ich an meiner Lauftechnik gearbeitet und meinen Kniehub optimiert. Vielleicht war meine Muskulatur noch nicht soweit ausgeprägt und der zu hohe Puls am Anfang Grund dafür, dass ich immer wieder Gehpausen einlegen musste. Sicherlich waren auch die Luftfeuchtigkeit und die hohen Aussentemperaturen, die dem Körper alles abverlangten, mit schuld daran.
Somit verlor ich einige Plätze auf der Laufstrecke und finishte als 23ster den STRONGMAN in Japan.

Fazit: Ein perfektes Rennen sieht sicherlich anders aus, aber ich habe meine Magenprobleme in diesem Rennen und vielleicht auch für die zukünftigen Langdistanzen in den Griff bekommen. Somit bin ich in dieser Richtung ein Stück weiter gekommen. Die muskulären Probleme lagen sicherlich auch noch an der nicht vorhandenen Tempohärte und an der Lauftechnikoptimierung. Aber es ist noch sehr früh im Jahr, somit bin ich zuversichtlich und doch zufrieden mit meinem Abschneiden beim Rennen. Mit meiner Laufzeit von 3:48 Stunden bin ich nicht ganz zufrieden, aber der Sieger benötigte 3:24 Stunden. Daran erkennt man wie hart der Marathon beim STRONGMAN ist. Somit geht wieder ein Rennen und eine Reise zu Ende, aber eine Bereicherung im Leben.

In diesem Sinne,
andre

STRONGMAN Japan

Nach Hawaii habe ich erst mal eine längere Pause eingelegt, um den Körper und vorallem dem Kopf Ruhe zu gönnen.

Am 01.01. fiel der Startschuss zum regelmässigen Training, ausserdem habe ich meinen Wohnort in Hamburg gewechselt und somit mein Trainingsgebiet und Umfeld optimiert.

Meine Homepage (www.andrestuebs.de) wird in den folgenden Wochen überarbeitet, somit müsst Ihr erst mal mit meiner Blogseite vorlieb nehmen.

Das Training verlief gut, nicht immer optimal, aber gut! Ich habe überwiegend Grundlagenkilometer gemacht und noch nicht so viel Kraftausdauer oder Tempo trainiert, da ich dieses Jahr drei Langdistanzen auf dem Plan habe.

Nach dem Strongman werde ich 10 Wochen später beim IRONMAN Nizza und 18 Wochen später beim IRONMAN Kalmar an den Start gehen. Somit habe ich versucht dosiert zu trainieren.
Ausserdem werde ich wieder für den PSV Eutin in der 2.DTL an den Start gehen und sicherlich hier vor Ort noch einige Rennen absolvieren.

Am Montag startet die Reise über Frankfurt, Tokio nach Miyakojima. Auf dieser Insel wird am 15.04. der STRONGMAN Japan stattfinden. Die Insel liegt auf Höhe von Taiwan. Die Temperaturen liegen um die 25 Grad, leicht Tropisch. Zur Zeit ist immer wieder Regen vor Ort angesagt….

Ich versuche vor Ort meinen Blog mit Information und Bildern zu füttern.

In diesem Sinne,
Andre

IRONMAN Hawaii

Meine 6.Teilnahme beim IRONMAN Hawaii habe ich mir irgendwie anders vorgestellt.
Um es vorweg zu nehmen meine Vorbreitung verlief super und die Woche vorm Rennen fühlten sich die Beine von Tag zu Tag immer besser an.
Beim Laufen habe ich Magenkrämpfe bekommen und konnte somit keine Nahrung mehr zu mir nehmen. Bis zu diesem Zeitpunkt verlief mein Rennen nach Plan. Doch jetzt erst einmal von Beginn:

Das Schwimmen war wieder eine Massenschlägerei mit unter Wasser drücken, an den Beinen ziehen und einigen Schlägen. Aber dieses Kenne ich zum Glück schon aus der 2.Bundesliga. Nach guten 600m beruhigte sich das Feld und das Schwimmen wurde etwas entspannter. Nach 57:35 Minuten konnte ich die 3,86 Kilometer lange Schwimmstrecke etwas verspätet verlassen. Was mich aber nicht beunruhigte, weil die Strömung und der Wellengang etwas härter waren als sonst und somit alle Schwimmzeiten etwas langsamer waren.
… schnell gewechselt und ab aufs Rad. Erst die Stadtrunde und dann auf den Highway. Ja, Highway … irgendwie hatte ich den Highway nicht mehr so voll in Erinnerung. Ich meine nicht die Autos, sondern die Triathleten. Teilweise wurde ich in zweiter Reihe überholt und einige Athleten fanden mein Hinterrad auch sehr interessant. So ging es in RTF Manier Richtung Hawi. Das letzte Stück nach Hawi war Gegenwind und auf einmal war ich wieder alleine und überholte mehrere Athleten. Ab hier waren es nur noch 80 Kilometer zurück. Das Feld lichtete sich immer mehr. Ab den „Scenic Point“ kam wieder eine RTF Gruppe vorbei, aber ich bin einfach mein Rennen gefahren. Kontrolliert und ohne zu überpeacen. Nach 5:07 Stunden konnte ich mein Rad in der zweiten Wechselzone abgeben und die Laufschuhe anziehen. Das Lauftraining verlief in der Vorbereitung optimal und somit freute ich mich auf diesen Teil. Aber nach guten 20 Minuten bekam ich Magenkrämpfe und musste nach jeder Nahrungsaufnahme das Klo aufsuchen. So ein MIST!!! Aber aufgeben und aussteigen kam für mich nicht in Frage, somit bin gegangen, gelaufen, habe Cola getrunken und bin irgendwie nach 10:19 Stunden ins Ziel gekommen. Der Zieleinlauf war Entschädigung für die Quälerei und somit hat sich das Rennen trotzdem gelohnt.

Meine Vermutung ist, dass ich beim Schwimmen zu viel Salzwasser beschluckt habe und daher die Magenkrämpfe gekommen sind. Schade, aber man lernt immer wieder dazu.
Es ist noch nicht aller Tage Abend, ….

Jetzt erst mal zwei Wochen Urlaub!

In diesem Sinne,
vielen Danke fürs Daumen drücken und an meine Sponsoren,
andre