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CELTMAN 2016

Ein Kurztrip nach Schottland zum CELTMAN

Zeitlich bedingt reisten wir erst am Donnertag an, somit blieb nicht viel Zeit für die Vorbereitungen vor Ort. Freitag noch einen kurzen Lauf, Rad zusammenbauen, Sachen packen, Wettkampfbesprechung und die letzten Absprachen mit den Supportern.

Um 2 Uhr morgens klingelte der Wecker, um das Weißbrot mit Honig und einen Schuss Kaffee irgendwie runter zubekommen. Ab 3Uhr konnten wir in der Wechselzone das Rad und die letzten Sachen platzieren.

Gegen 4Uhr wurden wir mit dem Bus zum Schwimmstart gefahren. Dort ein kurzes Durchatmen für den Schwimmstart und um 5Uhr ging es ins 11Grad kalte Wasser zum Start.

Über den Schwimmpart bei der Langdistanz habe ich mir selten Gedanken gemacht, aber in Schottland schon. Mit Neopren-Kappe, -Socken, -Handschuhen und dem Neo selbst startete ich ins Rennen. Die ersten Meter verliefen gut. Ich konnte dem ersten Schwimmer folgen und das kalte Wasser gut ignorieren! Aber nach etwa 2000m Metern merkte ich nach und nach, das die Wärme aus meinen Körper und die Energie aufgebraucht war. Das letzte Stück der 3400m langen Schwimmstrecke kam mir wie eine Ewigkeit vor. Unterkühlt und etwas desorientiert wurde ich von meinem Support Patrick nach 43 Minuten am Wasserausstieg abgeholt.

In der Wechselzone wollte ich eigentlich gar nicht alle Sachen fürs Rad anziehen, die in der Tüte waren, weil das Wetter an diesem Tag für schottische Verhältnisse gut aussah. Aber mir war sooooooo kalt!

Die erste Stunde auf dem Rad hatte ich mehr mit der Kälte und mir zu kämpfen als mit der Strecke. In der zweiten Stunde spürte ich endlich die warme Bekleidung auf der Haut, aber der Körper hat immer noch gefroren und gleichzeitig geschwitzt. Es fühlte sich wie ein grippaler Infekt an. Nach guten 90 Kilometern bin ich so langsam ins Rennen gekommen, aber der raue Asphalt kostete zusätzlich viel Energie und den Verlust meiner Aeroflasche. Zum Glück konnte ich durch den Eigensupport über die 202 Kilometer lange Radstrecke immer auf genug zu Essen und Trinken zurückgreifen. Leider habe ich im ersten Teil der Radstrecke durch die körperlichen Probleme einige Zeit verloren und konnte erst nach 6:30 Stunden das Radfahren beenden.

Der zweite Wechsel ging wieder wie gewohnt und schneller als der erste, nur diesmal mit Laufrucksack und Supportläufer Philipp.

Die ersten 18 LaufKilometer waren leicht hügelig zum zweiten Wechselpunkt. Dort wurde noch einmal der Rucksack wechselt wegen der Mitnahme der Notausrüstung plus neue Verpflegung. Dann ging es in die Berge. Bergauf und auf dem welligen Gelände konnten wir immer mehr Plätze gut machen und waren nach 25 Kilometern auf den 8 Platz. Auf den Bergab-Stücken mussten wir leider wieder einige ziehen lassen. Sodass wir bei Kilometer 32, dem letzten Wechsel zum Straßenstück, auf Platz 16 lagen. Dort konnte ich den Rucksack beim zweiten Supporter Patrick abgeben und in die schnellen Straßenschuhe schlüpfen. Auf dem letzten Stück zum Ziel habe ich noch mal 2 Plätze gutgemacht und überquerte die Ziellinie als Gesamt 14.

Es war wieder ein interessantes Rennen, wo man miteinander startet und nicht gegeneinander, sich gegenseitig anfeuert und abklatscht mit super Stimmung und schottischem Humor. Aber leider sind meine Beine nicht fürs Bergab-Laufen gemacht und das Schwimmen im kalten Wasser hat mir ganz schön zugesetzt …. Vor allem deswegen bin ich mehr als zufrieden mit der Platzierung und dem heilen durchkommen.

Vielen Dank an dieser Stelle an Patrick und Philipp fürs Supporten. Besonders an meinen Mitläufer Philipp, der mich sicher über die Berge und ins Ziel gebracht hat. War mir wieder eine Freunde mit dir zu laufen!