STRONGMAN –> RACE

Wahnsinn, die 10 Tage in Japan vergingen so schnell, dass ich noch einige Zeit benötige, um alles zu verarbeiten.
Zur Zeit sitze ich im Flieger zurück nach Tokio. Dort werden wir noch einen Tag verbringen, bevor es am nächsten Tag über Frankfurt nach Hamburg zurück geht, um dann am Donnerstag wieder im Büro zu sitzen.

Alles war super organisiert: das Abholen am Flughafen, das hin und herfahren auf der Insel Miyoko, der Support auf der Insel, das Übersetzen vom Japanischen ins Englische, die Besuche in den Schulen und viele andere Dinge, die uns den Alltag erleichterten. Hier für herzlichen Dank an Gary und Yoko.

Jetzt aber zum Rennen:

Der Wecker klingelte zum 3:30 Uhr, nach einer viel zu kurzen Nacht hiess es „irgendwie wach werden“. Um 4:00 Uhr stand im Racehotel den Athleten das Frühstück zur Verfügung. Somit hatten wir genug Ruhe, um bis zur Wechselzonen-Öffnung um 5:00 Uhr zu frühstücken.
Die Essgewohnkeiten der Japan vorm Rennen waren schon sehr interessant, es ging von getrocknetem Fisch, über gebratene Nudeln bis zum Salat. Ich blieb lieber beim Toast mit Honig und einen Kaffee.
In der Wechselzone haben wir die letzten Vorbereitung am Rad und die Abgabe der Beutel sehr schnell abgeschlossen. Auch das Bodymarking und das Abholen des Transponder ging sehr schnell. Somit waren wir um 5:30 Uhr wieder zurück auf unserem Zimmer, da das Racehotel ca. 500m vom Schwimmstart entfernt liegt. Was für ein Luxus!

Um 6:30 Uhr haben wir uns dann auf den Weg zum Schwimmstart gemacht, dabei haben wir uns den Neoprenanzug schon auf dem Hotelzimmer angezogen. Nach einem kurzen Einschwimmen und ein paar Bildern am Strand, fiel der Startschuss um 7:00 Uhr zum 28. STRONGMAN.
Ich bin die ersten 600m zur Boje hart angeschwommen, um aus der Masse rauszukommen. Leider musste ich dann etwas Tempo rausnehmen, da ich Seitenstiche bekommen habe und es noch etwas ungewohnt war wieder im Neo zu schwimmen. Somit habe ich die erste Gruppe verloren. Als Sechster konnte ich die 3000m in 40:37 Minuten hinter mich bringen. Dann hiess es noch 250m im tiefen Sand zum Beutel und dann noch mal 400m zum Wechselzelt zu laufen, bis es aufs Rad ging.

Auf dem Rad habe ich schnell meinen Rhythmus gefunden und versuchte gleich Druck zumachen. Der Kurs sah auf der Karte einfacher aus, als er ist! Wir sind eineinhalb Mal um die Insel gefahren. Immer wieder leichte Hügel bis steile Anstiege, aber auch ein paar gute Abfahrten.
An den ersten Beiden Verpflegungsstationen habe ich leider nix bekommen, weil die Supporter uns angefeuert haben, anstand Getränke zu reichen und meine eigene Verpflegung ging allmählich dem Ende zu. Nach 45km konnte ich endlich was Kaltes zutrinken an den Verpflegungsstationen bekommen und meine aufgequollene Zunge vom Salzwasser beruhigen. Anschliessend verlief das Rennen auf dem Rad weiter gut. Ich konnte meine vorgegebenen Watt/Pulswerte durchfahren und das Rad nach 4:12 Stunden für die 155km in der 2.Wechselzone wieder abstellen.

Dann hiess es zügig wechseln und ab auf die Laufstrecke. Die ersten Kilometer verliefen gut, auch hier habe ich schnell mein Tempo gefunden. Der Puls war etwas zu hoch, aber das habe ich auf die mittlerweile 34 Grad Aussentemperatur geschoben. Somit bin ich das Tempo weiter gelaufen und habe meine im Vorwege überarbeitete Ernährungsstrategie weiter getestet. Alles verlief gut, ich konnte meine Nahrung aufnehmen und der Magen spielte mit. Aber irgendwie wollten meine beiden Oberschenkel ab Kilometer 25 nicht mehr richtig mitspielen. Die Muskulatur wurde müder und müder. In der Vorbereitungszeit habe ich an meiner Lauftechnik gearbeitet und meinen Kniehub optimiert. Vielleicht war meine Muskulatur noch nicht soweit ausgeprägt und der zu hohe Puls am Anfang Grund dafür, dass ich immer wieder Gehpausen einlegen musste. Sicherlich waren auch die Luftfeuchtigkeit und die hohen Aussentemperaturen, die dem Körper alles abverlangten, mit schuld daran.
Somit verlor ich einige Plätze auf der Laufstrecke und finishte als 23ster den STRONGMAN in Japan.

Fazit: Ein perfektes Rennen sieht sicherlich anders aus, aber ich habe meine Magenprobleme in diesem Rennen und vielleicht auch für die zukünftigen Langdistanzen in den Griff bekommen. Somit bin ich in dieser Richtung ein Stück weiter gekommen. Die muskulären Probleme lagen sicherlich auch noch an der nicht vorhandenen Tempohärte und an der Lauftechnikoptimierung. Aber es ist noch sehr früh im Jahr, somit bin ich zuversichtlich und doch zufrieden mit meinem Abschneiden beim Rennen. Mit meiner Laufzeit von 3:48 Stunden bin ich nicht ganz zufrieden, aber der Sieger benötigte 3:24 Stunden. Daran erkennt man wie hart der Marathon beim STRONGMAN ist. Somit geht wieder ein Rennen und eine Reise zu Ende, aber eine Bereicherung im Leben.

In diesem Sinne,
andre

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