IRONMAN Nizza

… die letzten Tage waren alles andere als optimal vor dem Rennen! Die späte Anreise, dann die Flugverschiebung, die mir zwei Radkoffer bescherte, dann noch stressige Tage auf der Arbeit vorm Abflug, dann habe ich die gute Frau für unser Apartment nicht mehr reicht (wegen der Schlüsselübergabe), dann fuhr kein Bus mehr zur Unterkunft, dann falsche Startunterlagen bekommen, und einige andere Dinge, aber irgendwie stand ich am 24.Juni morgens um 5 Uhr in der Wechselzone und konnte alles hinter mir alles, um mich auf meinen Ironman an der Cote d’Azur zu konzentrieren. Vor 14 Jahren, im September 1998, stand ich schon mal an dieser Stelle. Damals ging es über die klassische Distanz von 4-120-30 und es was meine erste Langdistanz….

Der steinige Untergrund am Start war mir noch sehr gut in Erinnerung geblieben. Damals ging es über eine grosse Runde parallel zum Strand. Hier und heute waren es zwei Runden: eine grosse Runde über 2400m und eine kleine Runde über 1400m. Um 6:30 Uhr fiel endlich der erleichternde Startschuss zum Wettkampf und es ging in die salzige Cote d’azur. Beim Schwimmstart musste ich nur ein paar Schläge einstecken und konnte mich nach 1000m in der ersten Führungsgruppe einreihen. Die Tempoarbeit habe ich die anderen machen lassen und mich am Ende der Gruppe eingereiht. Beim Landgang habe ich leider ein paar Meter verloren, da ich auf den Steinen ausgerutscht bin und somit war die erste Gruppe weg. Auf der letzten Runde habe ich noch ein paar Pros, die 5 Minuten früher gestartet sind, eingeholt und mit der zweiten Schwimmgruppe wieder festen Boden unter den Füssen gehabt.

Als 20ster Gesamt und Erster in der Altersklasse ging es in die sehr lange Wechselzone. Somit war die Ausgangsposition sehr gut. Im Radständer 26 von 50 stand mein Rad. Ich habe lange überlegt welches Rad ich für dieses Rennen nehmen sollte. Bis drei Wochen vorm Rennen war ich mir sicher mit dem Rennrad hier zu starten, aber ich habe mein neues Rad nicht richtig eingestellt bekommen und immer wieder hatte ich Rückenprobleme auf dem Rennrad bekommen. Somit habe ich mich fürs Triathlonrad entschieden, weil dieses optimal eingestellt war…. für die Ebene. Ich weiss aus vergangenen Rennen, dass mein Rücken bei bergigen Kursen nicht immer mitspielt und die Wahl bei diesem Rennen war: Supporten oder Selber starten, ich habe mich fürs selber starten entschieden, mit den Gedanken im Hinterkopf, dass es nicht mein Kurs ist. Der Radkurs hat richtig spass gemacht. Bei Kilometer 50 kam der 20 Kilometer lange Anstieg zum Col de l’Ecure. Der Ausblick war ein Traum. Anschliessend kamen noch ein paar kürzere Anstiege und dann ging es ab Kilometer 130 nur noch bergab. Auf dem ersten Abschnitt habe ich versucht Druck zu machen mit dem Gedanken, mir die letzten Kilometer die Beine wieder locker zu fahren. Aber die Beine und vor allem der Rücken haben ganz schön gelitten. Ich fragte mich, wie ich in diesem körperlichen Zustand noch laufen kann. Nach 5:26h stellte ich mein Rad auf der Promenade wieder zurück in den Radständer.

Das Laufen zum Wechselzelt ging nicht, also musste ich schnell gehen. Dann erst mal hin setzen und sich fürs Laufen fertig machen. Irgendwie wollte ich und vor allem mein Rücken nicht mehr aus dem Stuhl aufstehen, aber bei 33 Grad hier sitzen zu bleiben war auch keine Alternative…. also zog mich der Helfer aus dem Stuhl. Meine Rückenmuskulatur war so stark verhärtet, dass ich die ersten Meter langsam gegangen und nach und nach in den Laufschritt gekommen bin. Nach einigen Kilometern wurde der Rücken besser, nicht schmerz frei, aber laufbar. Somit bin ich ruhig den Marathon angelaufen und irgendwie durch gelaufen. Ich habe versucht mir kein Stress auf der Strecke zum machen. Teilweise war es sehr voll auf den vier zulaufenden Runden. Es gab Staus bei der Verpflegungsstation und das Zickzacklaufen beim Überrunden kostete auch viel Kraft. 1998 verlief der Laufkurs 15km raus und wieder zurück. Somit war der Kurs damals wesentlich entzerrter und überschaubarer, aber halt nicht Zuschauerfreundlich. Aber es ging für mich in diesem Rennen um nichts, ausser zu finishen und die Eindrücke mitzunehmen. Nach einer Marathonzeit von 3:26 Stunden und einer Gesamtzeit von 9:56 Stunden konnten ich nach 14 Jahren wieder auf der Promenade ins Ziel einlaufen. Mit meinen 84. Gesamtplatz von über 2200 Teilnehmer bin ich zufrieden. In sieben Wochen geht es beim IRONMAN Kalmar an den Start, dort ist der Kurs flach und windig, so wie es der Norddeutsche gerne hat. Ich hoffe nur, dass die Temperaturen genauso sind wie hier in Nizza! 😉

In diesem Sinne, vielen Dank für die Unterstützung von allen Seiten und fürs Daumen drücken, Andre

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