Ironman Mont Tremblant

Die Anreise verlief nicht ganz optimal. Leider habe ich meinen Anschlussflug in Philadelphia auf Grund der ganzen Kontrollen der Amerikaner verpasst. Was zur folge hatte, dass ich umbuchen musste…. Somit bin ich nicht wie geplant um 17 Uhr in Montreal gelandet, sondern erst um 24 Uhr. Dann musste ich noch 2,5 Stunden Auto fahren zur Unterkunft, um 3 Uhr morgens lag ich dann erst im Bett. So endete der erste Tag vor Ort.

Dafür verliefen die Tage vorm Rennen super entspannt. Etwas trainieren, Kaffee trinken und einfach nur abhängen.

Aber der Renntag kommt immer schneller als man denkt und da sass ich jetzt am Rennmorgen und fragte mich: „Warum ich mich für so was angemeldet habe….“ und wäre am liebsten wieder ins Bett verschwunden und hätte den trockenen Toast mit Honig und den Kaffee einfach stehen gelassen.

Zum Glück ist der morgendlichen Ablauf schon gut eingespielt und schnell erledigt. Rad checken, die letzten Sachen präparieren und langsam zum Schwimmstart gehen.

Dort ging es aus der vierten Startgruppe hinter den Pro Men, Pro Woman und AK18-34 ins Rennen! Somit war ein ruhiger Start gesichert. Schnell habe ich mich in der ersten Gruppe wiedergefunden, aber auch wieder verloren. Durch die Startabstände von nur 3 Minuten sind wir voll in die Masse der vorderen Gruppen rein geschwommen. Es war ein Chaos…. jetzt kann ich die Leute gut verstehen, die Panik gekommen, wenn um einen herum nur noch Arme und Beine sind.

Aber irgendwie konnte ich als dritter Athlet aus meiner Altersklasse das Wasser verlassen und Kraftsparend über die Strecke kommen. Somit bin ich mit meiner Zeit von 53:23 Minuten sehr zufrieden.

Dann ging es zum Neoprenstripper, um 400m zum Wechselzelt ohne Neopren zulaufen. Leider durften die Radschuhe nicht am Rad eingeklickt werden, aber dafür mussten wir keine Startnummer tragen.

Auf dem Rad habe ich schnell meinen Rhythmus gefunden und bin dosiert los geradelt. Das Ziel war es, beide Radrunden gleich intensive zu fahren. Am Anfang habe ich immer das Gefühl es ist viel zu langsam. Aber dafür hatte ich hintenraus immer noch gute Beine. Auch wenn die 2200 Höhenmeter sich schon in den Beinen bemerkbar machten. Leider habe ich das ganze Jahr immer wieder Rückenschmerzen beim Radfahren, was einen tauben Gesäßmuskel verursacht. Somit gab ich mein Rad nach 5:11 Stunden mit einen lahmen Bein dem Helfer in der 2.Wechselzone ab.

Das Anlaufen fühlte sich richtig gut an und der Rücken lockerte sich von Kilometer zu Kilometer. Die ersten Hügel auf der Strecke konnte ich gut hinter mich bringen. Ich versuchte das Tempo zu drosseln, aber das Tempo was ich lief, fühlte sich zu diesem Zeitpunkt richtig an und das langsamere Tempo fand ich anstrengender. Auf dem Weg zum Halbmarathon machte sich meine Achillessehne bemerkbar, was ich bis jetzt noch nie gehabt hatte. Ich versuche es zu ignorieren und schob es auf den Rücken und dann wurden die Beine nach und nach müder. Nun stand ich da. MIST, wohl doch zu schnell angelaufen. Nun hiess es das beste aus der Situation machen und folgende Schritte einleiten:

Achillessehne → egal, Saisonpause steht nach dem Rennen an, Oberschenkel → nicht gut, mit Eis kühlen (neue gibt es leider nicht an der Verpflechtungsstation), Kopf → überzeugen, dass laufen schneller ist als gehen, somit als Schlussfolgerung früher im Ziel.

Nach 9:48 Stunden und einer Marathonzeit von 3:35 Stunden konnte ich die Ziellinie überqueren und mir sagen, für dieses Gefühl mache ich es. Schön wenn man am Ziel ist und einfach nur da steht und denkt: Puh, geschafft, ich muss nicht mehr weiterlaufen!

Mit meinen Gesamtplatz 56 und den 7.Platz in der Altersklasse 35-39 wäre der Hawaii Slot drin gewesen. Aber muss man immer nach Hawaii, wenn man im Herbst auch was anderes machen kann. 😉

Fazit: Super Rennen in einer tollen Atmosphäre. Meine Rückenprobleme muss ich irgendwie über den Winter in den Griff bekommen. Vielleicht fehlten mir ein paar Triathlonwettkampfkilometer auf Grund der Transalp für die nötige Tempohärte! Aber egal, hat trotzdem wieder spass gemacht.

Jetzt steht erst mal eine zwei wöchige Rundreise durch den Osten von Kanada an.

In diesem Sinne,
Andre